Gesundheit & Risiko

Tauchen ist ein sicherer Sport, wenn man gesund ist. Dennoch besteht immer und für jeden das Risiko eines Tauchunfalls. Deshalb raten wir jedem Taucher eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung machen zu lassen und eine Versicherung für das Risiko des Tauchunfalls ab zu schließen. Die meisten Unfallversicherungen decken dieses Risiko nämlich nicht mit ab. Im Versicherungsjargon heisst es meist “Unfall ist ein von außen unvorhergesehen einwirkendes Ereignis” und eine Dekompressionserkrankung in Folge eines Dekompressionsunfalls wirkt nun mal nicht von aussen.

Eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung macht (fast) jeder Hausarzt – nur wenige jedoch vernünftig. Deshalb sollte man darauf achten, dass die Untersuchung nach den Richtlinien der GTÜM (Gesellschaft für Tauch und Überdruckmedizin) erfolgt. Die GTÜM warnt:

Negative Erfahrungen mit nicht fachkundigen Ärzten

Untersuchungen der Tauchtauglichkeit von Sporttauchern werden noch zu häufig von Ärzten durchgeführt, die sich in keiner Weise dazu qualifiziert haben oder deren entsprechender Kursus ein Jahrzehnt zurück liegt. Das führt zu der paradoxen und peinlichen Situation, dass der gut informierte Sporttaucher über den erforderlichen Untersuchungsgang und die im Einzelfall zu bedenkenden Kontraindikationen auch schon mal deutlich besser Bescheid weiß, als der eigentlich damit beauftragte Arzt.

Hierzu ein authentisches Beispiel aus einer Vielzahl von Zuschriften aus der Sporttaucherszene, wobei die Namen der beteiligten Personen bekannt sind, hier aber verständlicherweise nicht genannt werden können:

“Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Arzt (Name bekannt) bietet auch eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung zum Preis von EUR 30,- an.

Ich habe mich heute dieser Untersuchung bei Dr. XYZ unterzogen, und kann nur sagen, dass diese in meinen Augen völlig ungenügend war. Ich habe mir Ihre Richtlinien (die der GTÜM, wie sie derzeit noch im Internet veröffentlicht sind, Anmerkung) angesehen und festgestellt, dass bei mir lediglich Ohren und Nase untersucht wurden. Kein Gespräch, keine Krankenvorgeschichte, kein Lungenfunktionstest, kein EKG, keine Blutabnahme … nichts! Ich denke, dass so etwas nicht in Ihren Sinne ist!

Als Ergebnis habe ich nun eine formlose “Tauchfähigkeitsbescheinigung”, in der zu lesen ist: “O. g. genannter Patient wurde heute von mir untersucht. Der HNO-Spiegelbefund war insgesamt unauffällig. Die Trommelfelle sind beiderseits reizlos und intakt. Es besteht ein normales Hörvermögen beiderseits. Aus HNO-ärztlicher Sicht bestehen keinerlei Bedenken gegen das Ausüben des Tauchsports.”

Zusätzlich hat er mir ein Nasenspray verschrieben, um einen besseren Druckausgleich zu ermöglichen, da ich wohl eine Verkrümmung der Nasenscheidewand habe, die den Ausgleich möglicherweise behindern könne. Bei meinen Recherchen habe ich jedoch gelernt, dass dringend davon abgeraten wird, nach Verwendung von Nasenspray oder -tropfen zu tauchen, da die Wirkung während des Tauchgangs nachlassen könnte und somit ein Druckausgleich unmöglich wird. Die erneute Applikation des Medikaments ist unter Wasser praktisch unmöglich.

Ich denke daher, dass das, was ich heute bei diesem Arzt erfahren habe nicht nur wertlos (das werde ich auf dem Konto ’Lehrgeld’ verbuchen :-) ), sondern unter Umständen sogar schädlich ist.

Mit freundlichen Grüßen (Name bekannt)”

 

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