Tauchausrüstung

Rat zu Tauchausrüstung

Tauch - Professor

Wenn man sich die erste Tauchausrüstung zulegen, oder das vorhandene Equipment aufstocken will steht man unweigerlich vor der Frage “…was ist denn nun für mich persönlich ideal…” Um Euch hier ein wenig Hintergrundinformation zu bieten wurde diese Seite entwickelt. Wir gehen in diesem Teil der Website zuerst auf allgemeine Überlegungen ein und verzweigen dann auf Ausrüstungsspezifische Probleme, die für denjenigen interessant sein dürften, der vor der Kaufentscheidung für ein bestimmtes Ausrüstungsteil steht.
Neben unterschiedlichen wirtschaftlichen Aspekten (Preis/Leistung) gilt es bei der Frage für ein neues Ausrüstungsteil in erster Linie die Frage der Priorität, Funktionalität, des Designs der Farbe und nicht zuletzt der Marke zu berücksichtigen. Dazu hier einige allgemeine Überlegungen.

Wofür sollte man mehr, wofür weniger ausgeben?
Unabhängig vom zur Verfügung stehenden Budget  sind unserer Erfahrung nach die sicherheitsrelevanten Ausrüstungsteile der wichtigste Aspekt bei der Planung einer Neuanschaffung. Was bringt uns der “hübscheste – vollverchromte Atemregler der alle anderen Taucher am Ufer noch vor Neid erblassen lässt” wenn das Ding auf 40m Tiefe seinen Dienst versagt und wir unseren Buddy mit dem hässlichen Oktopus um seinen Flascheninhalt angehen müssen. Was bringt uns der “Super-Duper-Schnorchel” wenn wir dafür an der Tauchmaske sparen müssen und uns den ganzen Tauchgang damit beschäftigen “Sickerwasser” auszublasen , oder an den Flossen sparen müssen und permanent Krämpfe bekommen. Wie Ihr seht sollte man sich genau überlegen, wo man Prioritäten setzt und wo nicht.
Unserer Erfahrung nach solltet Ihr die Priotitäten wie folgt setzen:
1.) Vernünftiger Atemregler (da kommt unsere Luft raus und wir hängen so daran)
2.) Angemessenes gut sitzendes Tarierjacket (entscheidet oft über Verlauf und Ausgang eines Tauchgangs)
3.) Hervorragend sitzende Maske (sollte bequem und vor allem dicht sein – wäre auch schön etwas zu sehen)
4.) Angemessener gut passender Anzug (Passform = Komfort & Isolation)
5.) Vernünftige Flossen (weiche Flossen = wenig Vortrieb & wenig Krämpfe, harte Flossen = viel Vortrieb, eher Krämpfe)
6.) Alles was man sonst so braucht (Schnorchel, Füßlinge, Handschuhe, etc.)

Die Funktionalität – im Allgemeinen
Um unseren Bedarf an Funktionalität zu ermitteln ist zuerst einmal eine grundlegende Analyse unseres (geplanten) Tauchverhaltens notwendig. So benötigen wir als reiner “Urlaubstaucher” nicht unbedingt einen Kaltwasser – geeigneten Atemregler, es sei denn wir wollen im Urlaub in Norwegen tauchen. Wenn wir allerdings für die Zukunft heimische Seen nicht ausschließen wollen so ist Kaltwassertauglichkeit erforderlich (mehr hierzu unter Atemregler). Auch ein Halb- oder gar Trockentauchanzug sind für Agypten oder die Malediven so sinnvoll wie hierzulande ein Shorty (s.Anzüge). Für einen ambitionierten Taucher, der plant lange – tiefe Tauchgänge zu machen, oder dies immerhin nicht ausschließen mag ist ein kleinvolumiges Ausbildungs ADV-Jacket sicherlich so sinnvoll wie Sandalen im Winter. Für jemanden der vorhat einmal im Jahr für 5 bis 10 Tauchgänge in die Sonne zu fliegen steht es mit einem Tec-Wing Jacket mit Edelstahbackplate in etwa so als würde man sich ein Rechenzentrum anschaffen nur um gelegentlich im Internet zu surfen (Wobei zugegeben “…geiler wär’s schon…”).

Design und Farbe
Auch hier stellt sich die Frage nach Sinn und Nutzen & Ästhetik. Waren früher alle Tauchsachen schwarz, später dann bunt bis grell, so geht der Trend im Moment (nicht immer Sinnvollerweise) wieder zum “Tec-black”.Setzen wir also hier an:
SCHWARZ – eine Farbe die zu allem passt und sooooooo professionell aussieht. Sicherlich die erste Wahl wenn es darum geht nicht gesehen zu werden (die Bundeswehr steht Kopf darauf) oder ein Ausrüstungsteil zu beschaffen das sich harmonisch in jedwelche schon vorhandene Ausrüstung integriert. Ideal für alle die in der Dämmerung heimlich im Naturschutzgebiet in einen Tümpel klettern wollen, ohne dabei zu leuchten wie ein “
schwuler Papagei”. Der Nachteil ist, man sollte schon ein paar Stunden Zeit mehr einplanen bis man gefunden wird wenn man in ebendieser Dämmerung sein Tauchboot “verliert”.
ROT - Eine Signalfarbe, die gut zu sehen ist – allerdings nur an der Oberfläche. Rote Ausrüstung (-steile) verfehlt nie seine Signalwirkung so lange man sich an der Oberfläche befindet. Unter Wasser jedoch, je nach Sichtverhältnissen, wird aus leuchtendem Rot schon in einer Tiefe von ca. 10 Metern ein schmuziges Braun bis hin zum Grün. Damit ist Rot die erste Wahl wenn es darum geht unter Wasser “dezent” zu sein, aber an der Oberfläche Aufmerksamkeit zu erregen.
NEON (gelb-grün) ist die wohl grellste Farbe die Taucher ziert, aber unter Sicherheitsaspekten die erste Wahl. Man wird immer schnell gesehen (hat aber vor allem in Verbindung mit anderen “Schockfarben” schnell den Papageien-Effekt).

Marken
Eine Marke ist heute kein Garant mehr für das Preis/Leistungsverhältnis, höchstens für Service. Oft stellt man fest, das ein und dasselbe Ausrüstungsstück unter verschiedenen Markennamen zu verschiedenen Preisen verkauft wird. Oftmals findet man “No Name” Produkte, die Markenprodukten “sehr ähnlich” sind, nur nicht im Preis. Bei Lebensmitteln längst schon Gewohnheit glauben in anderen Produktbereichen immer noch zu viele, dass ein grosser Name für ein groses Produkt steht. Weit gefehlt! Auch hier schangeln die Hersteller ihr Zeugs hin und her, so dass man mit etwas Aufmerksamkeit das eine oder andere Schnäppchen schlagen kann. Zugegeben, das gilt nicht für alle Produkte. So wird man wenn man denn ein “BLUBB” haben möchte oder “PROLO-Flossen” nicht an “XYZ” vorbeikommen, bei vielen anderen Produkten lohnt sich allerdings der Vergleich.
Andererseits sind bestimmte Marken in bestimmten Gebieten sehr häufig und so lohnt sich unter Servicegesichtspunkten manchmal (bei Atemreglern) die Anschaffung einer bestimmten Marke bzw dazu baugleichen Geräts für bestimmte Destinationen. Marken die in Europa beispielsweise sehr häufig und beliebt sind können unter Umständen im amerikanischen oder asiatischen Raum schwer zu reparieren sein.

 

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