Atemregler

Rat zu Tauchausrüstung

Tauch - Professor

Atemregler Daten Fakten Hintergründe…
Die Wahl des richtigen, das soll heissen, angemessenen Atemreglers erhitzt die Gemüter vieler Taucherstammtische. Deshalb hier unsere Hilfe. (Wir vertreiben selbst keine Atemregler)
Bei der Wahl des richtigen Atemreglers ist die Frage nach den (beabsichtigten) Tauchgewohnheiten unumgänglicher als sonst irgendwo bei der Auswahl des Equipments. Deshalb versuchen wir das ganze an drei Mustertauchern festzumachen.

Axel – Rescue Diver – 23Jahre – 180 Tauchgänge
Axel verdankt seinem Job bei einem großen deutschen Automobilhersteller ein gutes Gehalt, sowie eine mehr als ausreichende Zahl an Urlaubstagen. Nach einem einzigen kläglich gescheiterten Versuch deutsche Tümpel zu “beglücken” fand er sich damit ab sein Heil in der Flucht zu suchen und taucht seit 4 Jahren an allen Traumstränden dieser Welt. Unter 20°C kriegen ihn keine 10 Pferde mehr ins Wasser.
Sein Atemregler ist das Produkt eines grossen amerikanischen Markenherstellers. Entscheidende Gesichtspunkte für ihn waren die internationale Popularität und damit überall verfügbar leichte Wartung und Reparatur. Er benötigt keine Kaltwassertauglichkeit und entschied sich so zu einem Regler mit hohem Atemkomfort und weltweitem Vertrieb.

Bernd – Dive Master – 34 Jahre – 420 Tauchgänge
Bernd ist sebstständig und geht in seiner wenigen freien Zeit voll im Tauchen auf. Familie und die wenige Freizeit führten dazu dass er 90% seiner Tauchgänge in Deutschland machte. Er erzählt zwar oft von seinen Tauchgängen in der Karibik, weiss jedoch nicht wann er jemals wieder dort hin kommt. Als ehrenamtlicher Leiter der Jugendgruppe kam es ihm bei der Auswahl des Atemreglers vor allem auf Zuverlässigkeit und Funktionssicherheit bei allen Witterungsbedingungen an.
Bernd entschied sich für das Produkt eines renommierten schwedischen Herstellers. Er prahlt immer “…das Ding kannst Du durch die Klärgrube ziehen, und danach in den Lehm schmeißen – wenn Du genug dran saugst, kommt Luft raus”

Claus – Advanced Open Water Diver – 27 Jahre – 540 Tauchgänge
Claus ist begeisterter Wrack- und Höhlentaucher. Er hat seine eigentliche Tauchausbildung nie fortgesetzt, ist aber im Besitz aller Specialtys die seine Interessenschwerpunkte umfassen. Da er überwiegend in Europa unterwegs ist und von den  glasklaren Seen Österreichs genauso begeistert ist wie von den Wracks der Nord uns Ostsee hat er sich für einen englischen Atemregler entschieden. Für ihn waren der Atemkomfort sowie die Leistungsfähigkeit unter jeder Bedingung die entscheidenden Kriterien.

So unterschiedlich wie diese Taucher sind auch ihre Atemregler, dennoch eines haben sie alle gemein. Sie sind auf den Bedarf des Tauchers abgestimmt. Und damit steht Ihr wieder vor dem nicht ganz unbekannten Problem der Bedarfsanalyse.

Gehen wir strategisch vor:
1.) Kalt oder Warmwasser -wer hier in Deutschland tauchen will und das tief (ja auch im Sommer) oder allgemein im Winter benötigt einen (besser zwei) absolut Kaltwasser geeignete(n) Automaten.

2.) Verfügbarkeit und Service – wer viel unterwegs sein will und das weltweit und auf seinen Automaten auch in Ausnahmefällen nicht verzichten will benötigt ein weltweit gut verfügbares Produkt.
3.) Robustheit – wer Verantwortung für andere trägt und sich womöglich in “unreinen” Tümpeln rumtreibt benötigt einen entsprechend robusten Automaten.

Als Index für die Kaltwasser- “tauchlichkeit” können wir die EN250 ganz schnell vergessen. Denn die besagt nur dass Kaltwasser als Wasser unter 10°C zu definieren ist und der Automat da noch seine Arbeit verrichten muss. Wenn wir hierzulande allerdings beabsichtigen in z.B. Hemmoor oder Wildschütz tiefe Tauchgänge (und sei es auch nur im Sommer) zu absolvieren müssen wir uns mental und auch ausrüstungstechnisch mit Wassertemperaturen von 4°C anfreunden (Merke – Wasser hat bei 4°C die höchste Dichte). Damit ist die EN250 für uns erst mal erledigt. Was bleibt? …die Navy Zertifizierung! Die (wesentlich strengere) Navy Norm besagt nämlich dass ein Automat bei unter 0°C noch seinen Dienst tun muss (die Überprüfung findet in Salzwasser statt) und das ist das was wir brauchen.TIP: Da die NAVY-Zertifizierung recht schwer zu kriegen ist schreiben es alle die sie haben auch dazu.

Als Index für die weltweite Serviceverfügbarkeit kann uns die Homepage des Herstellers dienlich sein. Je mehr Servicepartner und Händler in verschiedenen Ländern zur Verfügung stehen, desto einfacher wird es im problemfall Ersatzteile zu bekommen, oder den Automaten warten zu lassen.

Einen echten Robustheitsindex gibt es leider nicht. Allenfalls die Beobachtung derjenigen die beruflich damit zu tun haben. Was Militärtaucher, Feuerwehr, etc. im Mund haben, kann als recht robust angesehen werden, folgt aber gelegentlich einer Beschaffungspolitik. Was Höhlen-, Wrack-, Tief- und andere Explorationstaucher nutzen, als funktional und failsave.

 

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