Blei

Rat zu Tauchausrüstung

Tauch - Professor

“… kein Mensch braucht Blei!” Blei ist das billigste und verbreitetste Mittel um mangelnde Tauchfertigkeiten auszugleichen. Bleigurte sind wie Stützräder am Fahrrad, oder Hämorrhoiden am A… -  man tut gut daran sie so schnell wie möglich los zu werden.

Wenn wir unsere gesamte Tauchausrüstung (ohne Lufteinschlüsse) zusammenbinden und ins Wasser werfen, so wird sie untergehen. Wenn wir nun selbst, nur in Badebekleidung hinterhersteigen und ausatmen, so gehen auch wir unter. Wozu brauchen wir in der Summe also Blei?! -nur um unsere Fehlatmung zu kompensieren -

Zugegeben, das stimmt bei sehr dicken Anzügen, Halbtrocken oder gar Trockentauchanzügen nicht mehr ganz, aber auch hier gilt, weniger ist mehr. Ein paar Kilo sollten reichen!

Ein überbleiter Taucher taucht Scheiße weil: Auf dem Weg zum Einstieg quält er sich unnötig und ist hyperventiliert bereits beim Abtauchen. Kaum hat er die Wasseroberfläche verlassen pumpt er Unmengen kostbarer Atemluft in seine Tarierhilfe um neutrale Tarierung zu erreichen. Sein Jacket zieht ihn fortan am Oberkörper nach oben, der Bleigurt an seinen Hüften nach unten. In der Folge steht er diagonal im Wasser (schlechte Tauchlage). Die Abwärtshaltung seiner Flossen wirbelt viel Sediment auf. Hinter ihm ist kaum noch Sicht. Jeder Tiefenwechsel bedeutet für ihn massive Tarierarbeit, da viel Luft die Angewohnheit hat sich auch viel auszudehnen oder mehr zu komprimieren. Auf Grund seiner schlechten Tauchlage und seiner permanenten Tarierarbeit wird er mehr Luft verbrauchen und schneller ermüden. Wieder aufgetaucht kann er sich schlechter an der Oberfläche halten und noch schlechter schwimmen, da er kaum in eine waagerechte Position kommt (das Blei zieht immer noch sein Hinterteil nach unten). Spätestens nach dem Ausstieg fragt er sich warum ihn der Sport mehr anstrengt als andere…

Doch welche Möglichkeiten bieten sich nun um die kleinen schweren Zeugen unsere eigenen taucherischen Unvollkommenheit sinnvoll an uns zu befestigen?!

  1. Der Bleigurt
    Der Standard beliebige Gewichtsmengen an den Taucher zu bringen. Vorteil: billig, simpel, universell, abwerfbar. Nachteil: der relativ tiefe Befestigungspunkt zieht das Hinterteil nach unten und verschlechtert so die Tauchlage. Rückenbelastung, da das Jacket nach oben, der Bleigut nach unten zieht.
  2. Bleiintegrierte Jackets, Bleitaschen am Jacket oder am Flaschengurt
    Die bessere Lösung als der Bleigurt. Vorteil: bessere Bleiverteilung, Blei wird durch’s Jacket getragen, Abwerfbarkeit d.Bleis Nachteil: teurer, z.T. etwas fummeliger, z.T. Risiko des Verlusts bei mangelnder Sicherung.
  3. P-Weight
    P-Weights sind die Bleilösungen für TEC-Wing’s. Es handelt sich dabei quasi um einen Bleibarren der in die Falz der Edelstahlrückenplatte geschraubt wird. Üblich sind 3kg und 5kg. Vorteil: Unverlierbar, optimale Gewichtsverteilung, gute Tauchlage. Nachteil: nicht abwerfbar.
  4. Fußblei
    Die absolute Oberkrätze. Sinnvoll wie ein Kropf. Zeichnet belehrungsresistente Übungsphobiker mit Lern- und Koordinationsschwäche aus.
 

Darauf antworten

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.