Tarier-Jacket’s

Das ADV (Wegwerf) Jacket
ist die verbreitetste Form des Tarierjackets. Dies rührt daher, das dies die meistbenutzte Jacketform in der Tauchausbildung ist und damit jedem Taucher (vorausgesetzt er wurde mal irgendwann ausgebildet) bekannt und gewohnt ist. Das ADV Jacket ist eine geschichtliche Weiterentwicklung des ursprünglichen Rettungskragens (“Klodeckel”) der in erster Linie dafür konzipiert war an der Oberfläche eine ohnmachtsichere Lage zu forcieren. Als Tariermittel hinlänglich ungeeignet (dreht einen auf den Rücken) an der Oberfläche allerdings sehr sicher, sieht man sie heute nur noch sehr selten. Die logische Weiterentwicklung war das ADV (advanced) Jacket mit dem man unter Wasser tarieren konnte, das aber an der Oberfläche ausreichend Sicherheitsreserven für den Fall der Ermattung / Ohnmacht bot. Beim ADV Jacket wird der größte Teil des Oberkörpers von der Luftblase umschlossen. Daraus resultieren eine relativ aufrechte Tauchlage, sowie eine ziemlich sichere Oberflächenlage. Die Nachteile liegen auf der Hand. Während des Tauchganges ist die Tauchlage relativ schlecht (Stromlinienform) und bei voll aufgeblasenem Jacket wird der Oberkörper ziemlich eingeengt. Außerdem ist das Volumen der Blase nicht beliebig expandierbar, dies würde die Bewegungsfreiheit zu sehr einschränken. Auf Grund der hohen Sicherheit (an der Oberfläche) wird diese Jacketform meistens in der Ausbildung eingesetzt … und danach von Tauchanfängern gekauft.
Geht hier etwas kaputt, oder man möchte einfach mehr, kommt man nicht umhin das ganze Ding zu ersetzen.

Das TEC-Wing Jacket
Die Königsklasse! Der Porsche der Tarierhilfen. Extrem stabil, extrem vielseitig, der Traum.
…eigentlich eine Weiterentwicklung des ADV Jackets und des “Klodeckels” welches den Auftriebskörper (Blase) ausschließlich auf dem Rücken des Tauchers positioniert. Diese Bauform bietet den Vorteil beliebig gross gestaltbaren Volumens bei optimater (waagerechter) Tauchlage, ohne den Oberkörper einzuengen. Allerdings zu Lasten der Oberflächensicherheit. Durch die Positionierung der Blase wird der Körper eines Tauchers nach vorne gekippt, was bei Bewusstlosigkeit an der Oberfläche zum Ertrinken führen kann. (Dies lässt sich allerdings etwas durch Luftmenge und die Bleipositionierung in den Griff bekommen.) Die perfekte Tauchlage und das grosse Volumen sowie der unvergleichliche Bewegungsraum eines Wingjackets sind die Gründe aus denen es bevorzugt von erfahrenen ambitionierten Tauchern getaucht wird, denen die Tauchlage und die Möglichkeit schwereres Equipment mitzunehmen wichtiger sind als die Oberflächenlage.

Unter Tec Wings verstehen wir die eher technisch versierten Wing-Formen. Das heisst modulare Bauweise, robuste Rückenplatte (vorzugsweise Edelstahl), wählbares Blasenvolumen, Edelstahl D-Ringe etc. Diese Jackets erfreuten sich vor allem bei “Hardcore Tauchern” hoher Beliebtheit, inzwischen sind sie auf Grund ihrer Investitionssicherheit, Erweitbarkeit und Modifizierbarkeit auch bei Sporttauchern beliebt. Sie (ver)tragen die wildesten Flaschenkombinationen, Lampen, Reels etc.
Eine Bauform die auf Grund des modularen Designs angepasst werden kann und mitwächst. Hier handelt es sich eher um ein System in Baukastenform. Geht etwas kaputt, wird nur das betreffende Teil ersetzt. Verändert sich der taucherische Anspruch werden nur Komponenten aufgerüstet. Der Wechsel von Einzel- zu Doppelflaschen erfolgt durch einen Adapter oder den Austausch der Blase. Das Grundsystem bleibt und hält, ein Taucherleben lang.

Sonderformen und Zwitterbauweisen Innovation und Nonsens
Natürlich hat die Evolution, vor allem aber der Kommerz, nicht vor den Tariermitteln Halt gemacht. Gerade im (Wegwerf) Einsteigersegment erfreuen uns immer wieder neue Bauweisen, Gimmicks und mehr oder minder sinnlose Innovationen ihres Preislabels. Große Markenhersteller bieten uns Wingjackets für Sporttaucher, Hybride und ähnliches im Segment der ADV’s. Alles ist fest zusammen genäht, wird nach Körpergröße verkauft und ist quasi weder erweiterbar noch reparabel. So finden sich die Bedienelemente für den Auftriebswechsel an ungewohnten Stellen und Schläuche die eine Tarierung mit dem Mund ermöglichen in Reißverschlusstaschen wieder. Hier beugt sich nicht die Form der Funktion, sondern der Sinn dem Kommerz. Die meisten “Innovationen” die in den letzten Jahren so auf den Markt geschissen wurden haben weniger die Taucherei verbessert als die Kasse der Anbieter.

 

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